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demokratie in der straßenbahn

ein kurzer überblick über das straßenbahnfahren fördert sowohl vorteile (nicht nass werden) und nachteile (mitfahrer kann man sich nicht aussuchen) zu tage. ob die kleinen bildschirme mit “nachrichten”, werbung und szenen aus dem leben des lvb-bibers zu ersterem oder zweiterem gehören,  sei jedem selbst überlassen.

wer heute straßenbahn fährt und statt seinen mitmenschen oder dem vorbeiziehenden leipzig lieber die mattscheibe betrachtet, könnte überrascht werden. als ankündigung der neuen ausstellung in der KUB entert der wiener filmkünstler OLIVER RESSLER die bildschirme.

seine 8-kanal-video-installation “what is democracy?” wird am kommenden dienstag (11.05.) in der ehemaligen kunst- und bauschlosserei eröffnet. ein tisch, acht röhren, ein beamer. und eine verkopfte frage?

ressler hat die frage „was ist demokratie?“ seit 2007 zahlreichen aktivistInnen und politischen analystInnen in 18 städten der welt gestellt: amsterdam, berkeley, berlin, bern, budapest, kopenhagen, london, melbourne, moskau, new york, paris, rostock, san francisco, sydney, taipeh, tel aviv, thessaloniki und warschau. anhand dieses pools wird klar, dass die antworten auf diese für uns vermutlich nicht akute frage, wohl sehr divergent ausfallen.

für die installation schnitt OLIVER RESSLER die antworten zu acht videos, die sich um antwortkomplexe wie ‘ausschließungspolitiken’ oder ‘neue demokratien’ drehen. demokratie ist hierbei keine emotionslose vokabel für koalitionsstreit oder parlamentarier sondern ein begriff der z.b. von machthabern für die aufrechterhaltung autoritärer regime missbraucht wird.

heute scheint es daher fast unmöglich zu sein, gegen „demokratie“ zu sein, obgleich sie immer leerer wird. “what is democracy” versucht daher, den begriff mit neuer bedeutung zu füllen.

auch wenn einen im morgendlichen pendelverkehr vielleicht ganz andere themen beschäftigen (wach bleiben/werden), dass uns die frage nach der demokratie – sozusagen ungefragt – in der bahn gegenübertritt, finde ich sehr sympathisch. hey, das ist hier ist leipzig! vor 20 jahren…

ausstellung // eine reise

(c) by enrico mnich

wenn eine ausstellung “eine reise” heißt, dann ist es nur konsequent, dass sie auch umher reist. genau das haben sich auch die kuratoren einer absolut empfehlenswerten ausstellung in leipzig gedacht, die das gesamte jahr über an fünf verschiedenen orten zu sehen sein wird.

unser mann enrico, der euch als musiker bereits in unserem adventskalender begegnet ist, steuert dazu einige seiner fotografien bei. stets mit kamera auf unseren und anderen konzerten präsent könnt ihr u.a. hier und hier einen eindruck von seinen fähigkeiten bekommen.

die idee hinter “eine reise” ist ein übergreifender zusammenschluss leipziger kultureinrichtungen (baff, kulturloungegeyserhaus, kulturnetzwerk e.V.), der die jeweiligen ausstellungsorte und vernissagen auch mit einem kulturprogramm bespielt.

in einem wettbewerb konnten fotografInnen bis mitt februar bilder zum thema “reise” einreichen, die dann von profifotografen bewertet und ausgewählt wurden. tja und rico stellt zum beispiel auch das titelbild der ausstellung (s.o.)

noch bis zum 7. mai sind die bilder im baff (leipzig mitte) zu sehen. während des gesamten ausstellungsjahres haben die besucher die möglichkeit, ihre lieblingsbilder zu wählen. die gewinner des publikumspreises werden im dezember bekannt gegeben, erhalten sachpreise und werden zusammen mit den ergebnissen von fotoworkshops (die über das jahr verteilt stattfinden) 2011 erneut für einige wochen ausgestellt. also: hingehen und abstimmen!

 

die nächsten stationen sind:
14. mai – 20. juni “des geigers rätsel” / leipzig ost
vernissage am 14. mai mit theater und open stage

2. juli – ende august “geyserhaus” / leipzig nord
vernissage am 2. Juli mit lesung und konzert

3. september – 22. oktober “kap west” / leipzig west
vernissage am 3. september mit band

november – dezember “gesellschaft für völkerverständigung” im werk II / leipzig süd

ausstellung // hagen wiel in der KUB

hagen wiel figuren auf der suche nach leben sind die protagonisten von hagen wiels filmen. der medien- und videokünstler präsentiert derzeit eine trilogie seiner werke in der galerie KUB.

hagen wiel schloss vor nicht allzu langer zeit erfolgreich seinen meisterschüler an der hgb ab,  seine ausstellung in der KUB steht unter diesem stern: jeden donnerstag ab 19 uhr erwartet den besucher eine kinoähnliche situation, in der die drei filme „Wer singst leise in den Zweigen“ // „kimusawea“ // „Experimente des Leibes“ nacheinander gezeigt werden.

die filme kreisen um philosophische themenfelder und zeigen teils performance-ausschnitte. “sie experimentieren im extrem, im weiß, im schwarz – in und mit sich selbst.”, wie es in der laudatio von philosophin konstanze schwarzwald heißt. ein interessantes interview mit hagen wiel zu dieser arbeitsweise findet ihr hier.

was das filmisch bedeutet, vermittelt der etwa einminütige trailer für “Experimente des Leibes” auf vimeo:

“Experimente des Leibes” by Hagen Wiel.

morgen ab 19 uhr gibt es also wieder die chance, sich die trilogie von hagen wiel in der galerie KUB kostenlos anzusehen. am samstag den 20. märz spricht konstanze schwarzwald im rahmen der trilogie zudem über  „das prinzip sehnsucht“. die ausstellung ist noch bis 4. april zu sehen und jeden donnerstag geöffnet.



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