review // DER GROSSE PREIS


leipzigs band des jahres 2011 heißt KRAHNSTØVER! das elektropop-projekt mit synthesizer/laptop, schlagzeug und stimme/gitarre erhielt die meisten jurystimmen.  das trio aus august, stephie und torsten ist ein verdienter jury-favorit: set-up, tracks und stimmung entsprechen dem musikalischen zeitgeist. gleichzeitig ist KRAHNSTØVER eine junge band ohne album, die mit dem gewonnen studioaufenthalt bei echolux wirklich etwas anfangen kann.

große freude auch im analogsoul-lager: ME AND OCEANS wurde zweiter der jurywertung und hat damit eine 500er vinyl-pressung bei r.a.n.d.muzik gewonnen! moderator DONIS fand das schöne bild vom „einzelkämpfer für den pop“ und sprach vielen juroren damit aus der seele. mit laptop („tiger“), spieluhr („kuh“) und kurzem support durch kinder-trompete („toni“) trat ME AND OCEANS als einziger der acht finalisten allein an und konnte sowohl publikum als auch jury mit seiner präsenz und seinen popentwürfen mit großer geste überzeugen. am ende fehlten gar nur drei stimmen für den publikumspreis, den die reggeaband LICK QUARTERS gewann. ebenso voll verdient für eine energetische performance mit zehn musiker_innen auf der bühne. die mit dem publikumspreis verdiente belohnung – ein slot auf dem nächsten campusfest – füllen zehn reggea-heads vermutlich auch besser aus, als ein einzelner tierdompteur mit laptop.

LICK QUARTERS konnten auch die jury überzeugen und wurden in deren wertung dritter und gewannen damit ein 1500 €-promotion-paket bei culturtraeger. das war ebenso verdient wie auch ein bisschen schade: denn damit gingen die insgesamt vier preise an drei bands und damit fünf bands leer aus, von denen einige einen preis ebenso verdient gehabt hätten!

die musikerinnen in publikum und jury waren vor allem von MUD MAHAKA beeindruckt, deren songs und spiel musikalisch eben unglaublich gut ist. für eine auszeichnug als leipzigs beste band des jahres steht den fünf sicherlich nicht ihre musik im weg, sondern ihr unterschied zu mainstream-hörgewohnheiten. dass MUD MAHAKA im gegensatz zum vorjahr im finale waren, war allerdings eine große freude und anerkennung für die band.

zumal die auftritte beim GROßEN PREIS 2011 den beteiligten bands ein wirklich sehr angenehmes und profesionelles umfeld boten. die 25-minuten-auftritte waren branchenüblich bezahlt, eine schicke backline (u.a. rockstroh-drumset) wurde gestellt, die betreuung war sehr herzlich und mit der gut gefüllten halle A hatten einige projekte sicherlich so viel publikum, wie noch nie.

als musikfan, gast und juror (*) deshalb ein großes dankeschön an moritz von der moritzbastei (heißt wirklich so), das team vom werkII und vor allem die preisstifter und juroren, die mit ihrem finanziellen und persönlichen engagement (jeder preise hat einen gegenwert von mindestens 1500 euro!) eine ganz hervorragende möglichkeit für leipziger bands bieten, erfahrungen zu sammeln, sich zu beweisen und einen großen schritt auf ihrem eigenen weg weiterzukommen.

UPDATE: mittlerweile sind auch schöne und aussagekräftige bilder online. zum beispiel bei der L-IZ und ein schönes set auf der facebookseite des musikblogs „lauschrausch“.

 

(*) – wie schon am dienstag erwähnt, bin ich vom veranstalter als jurymitglied eingeladen wurden. als einer von 20 juroren hatte ich beim vorentscheid 8 stimmen, um aus 73 einsendungen meine favoriten zu wählen. gestern abend durfte ich 3 stimmen nach eigenen kriterien vergeben. ich habe vor allem auf die musikalische qualität und die intensität der performance geachtet. deshalb gab’s zwei punkte für ME AND OCEANS, der gezeigt hat, dass bühnenpräsenz nicht sinnlos rumhüpfen, sondern emotionaler kontakt zum publikum heißt. einen punkt gab’s für MUD MAHAKA, die aus ihrer undankbaren aufgabe, als erste zu spielen, einen ganz wunderbaren einstieg in den abend gezaubert haben und die nur zu einem viertel gefüllte halle mit einem sehr intelligent gebauten set hinter sich gebracht haben.



'review // DER GROSSE PREIS' have 3 comments

  1. 30. Oktober 2011 @ 18:36 » Blog Archive » Wow, was für ein Abend…

    […] Einen weiteren Blog zum Finale findet ihr hier: Blog von Analogsoul Label […]

    Reply

  2. 1. November 2011 @ 12:33 Basteiblog » Dienstagspresseschau: Großer Preis 2011

    […] 1. auf dem Analogsoul Blog von Jurymitglied Andreas Bischof. zum Artikel […]

    Reply

  3. 26. Oktober 2012 @ 15:14 analogsoul blog » meta // DAS IST DER PREIS

    […] […] sammelsurium das nicht zueinander passen will” und schließlich festgestellt, dass die vorjahressieger KRAHNSTOEVER in einer eigenen liga gespielt haben [was ja theoretisch ein lob für den wettbewerb ist, wenn die […]

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