meta // MUSIKINDUSTRIE IN ZAHLEN


Gestern ist der Jahresbericht der Musikindustrie für das Jahr 2013 erschienen. Das Ganze kann man sich kostenlos als PDF runterladen oder für 29,90 Euro (!) als Buch (!) kaufen. Wir haben uns mal durchgewühlt und stellen hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte unserem eigenen Eindruck gegenüber.

Zuallererst: Es gibt Grund zu feiern. Die Musikindustrie erlebt zum ersten Mal seit 15 Jahren ein Umsatzwachstum. Es sind zwar nur magere 1,2% (und damit weniger als die Inflationsrate), dennoch führt dieses leise Plus zu einer ungemein guten Stimmung im Geschäftsbericht. Das die Zahl derjenigen steigt, die gar kein Geld für Musik ausgeben (65% der Bevölkerung), das der Anteil am Umsatz, der durch Downloads generiert wird (17,7%) stagniert, gar leicht zurückgeht und das Plus und alle Hoffnungen am Geschäftsmodell Streaming hängen, scheint die Musikindustrie nicht zu beunruhigen, nein, es herrscht Optimismus.

Der Marktanteil des Streamings verdoppelt sich auf 5%. In harten Zahlen sind das 68 Millionen Euro, die in Deutschland von den Streamingplattformen ausgeschüttet werden. Wieviel von den 68 Millionen allein an die Top 25 der Streamingscharts (Macklemore&Ryan Lewis, Avicci, Daft Punk, Justin Timberlake, Icona Pop, Robin Thicke, Will.i.am, etc) ausgeschüttet werden und was dann ganz am Ende im Indie Bereich hängenbleibt, bleibt offen, die Tendenz ist aber recht einfach einzuschätzen.

Der digitale Bereich erzielt zusammen also knapp 23 % der Umsätze. Heisst also auch: Die physische Markt lebt und bricht in Deutschland, im Vergleich zu anderen Ländern, auch bemerkenswert langsam ein. Werfen wir einen Blick auf die Jahres-Albumcharts: 1. Helene Fischer , 2. Robbie Williams, 3.Andrea Berg, 4.Santiano, 5.Andrea Berg, 6.Helene Fischer, 7.Depeche Mode, 8.Volbeat, 9.Santiano, 10. Heino. Macht also schön 7x Schlager, 2x alternde internationale Stars, 1x internationaler Ausreisser (Wer zur Hölle ist „volbeat“?). Wer die ganzen Cds kauft, wird dadurch relativ plastisch. Die Musikindustrie freut sich dann auch offen drüber: „Damit erreicht dieses Genre (Schlager) einen Spitzenwert seit mehr als 10 Jahren!“. Ausgemacht als Teil des Erfolges werden später noch aufwendige Box Sets und Deluxe Editonen. Herzlichen Glückwunsch.

Analogsoul denkt: Cds werden zunehmend schwierig. Die Umsätze gehen relativ drastisch zurück. Digitale Downloads pegeln sich auf ein Level ein. Streamingerlöse verdoppeln sich, aber von so einem niedrigen Niveau aus, das die harten Zahlen weiterhin marginal sind. Vinyl kämpft sich wieder hoch. Wir haben also einiges gemeinsam mit der Musikindustrie. Obwohl: Wir gehen mit neuen Ideen und frischem Wind in den Segeln an künftige Projekte. UND: Bei uns hat Vinyl wesentlich mehr als 2% Anteil am Umsatz. Wer diese Schallplatten kauft, wissen wir. Vielen Dank.



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